Pilze sammeln – aber richtig

Wer sich nicht auskennt, sollte sehr vorsichtig sein.

Die Saison hat eigentlich schon längst begonnen, aber die Hitze und vor allem die Trockenheit verhindern eine üppige Ausbildung der Fruchtkörper unserer beliebten Waldpilze. Von Juni bis November reicht die klassische Pilzsaison. Die ganz großen Experten finden allerdings fast zu jeder Zeit essbare Pilze. Dazu gehört aber sehr viel Fachwissen. Ganz ohne dieses sollte man auch definitiv nicht auf eigene Faust losgehen und einfach Pilze abschneiden, die schön aussehen. Das ist gefährlich, denn es gibt durchaus einige Pilze, die tödlich für den Menschen sind, wenn sie verzehrt werden. Roh sollte man die allermeisten Pilze nicht essen, nur Champignons und Steinpilze sind roh unbedenklich, wenn sie frisch sind. Bei allen anderen gilt, dass sie über 75 Grad Celsius erhitzt werden sollten und zwar mindesten für 15 Minuten. Pilze werden mit einem weichen Pinsel oder einem feuchten Tuch gesäubert, denn beim Waschen mit Wasser verlieren sie zu viel Aroma, da sie das Wasser gern aufsaugen.
Also ein Tipp vorweg: Anfänger sollten nur Röhrlinge sammeln. Da gibt es die wenigsten giftigen Pilze. Als Faustregel kann man sagen: Alle Röhrlinge, deren Röhren sich auf Druck blau verfärben und die keine Netzzeichnung am Stiel haben, sind essbar. In unserer Region kann man besonders gut den Maronenröhrling, kurz Marone genannt, finden. Er hat eine dunkelbraune Kappe, einen hellbraunen Stiel und einen cremegelben bis gelblich grünen Schwamm. Wenn man nicht 100 Prozent sicher ist, ob man vielleicht den ähnlich aussehenden, aber sehr bitter schmeckenden Gallenröhrling erwischt hat, drückt man vorsichtig mit dem Finger auf den Schwamm. Der verfärbt sich beim Gallenröhrling leicht rosa. Er ist nicht giftig, würde aber die Pilzmahlzeit geschmacklich ruinieren.

Der Steinpilz ist hier ebenfalls zu Hause. Er sieht teilweise sehr ähnlich aus, hat eine hellbraune Kappe, einen weißen bis gelblichen Schwamm und einen helleren, meist dickeren Fuß. Er hat, im Gegensatz zur Marone, eine Netzzeichnung auf dem Fuß. Ein weiterer Röhrling aus der Region ist der Birkenpilz. Auch er hat eine hellbraune Kappe, die oft auch ein wenig ins Graue geht. Er hat einen hellen Schwamm und einen hellen, schwarz gesprenkelten Fuß, der an einen Birkenstamm erinnert.
Am besten ist es, wenn man mit einem erfahrenen Pilzsammler gemeinsam auf die Suche geht. Wer schon mit Eltern und Großeltern „in den Pilzen“ war, hat einen großen Erfahrungsvorsprung. Das muss ein Neuling mühsam mit Büchern und Pilzkursen nachholen, bis annähernd die gleiche Sicherheit in der Bestimmung von schmackhaften Speisepilzen besteht. Das Wichtigste zum Schluss: Pilze nicht in Plastiktüten sammeln! Geeignet sind Holz- oder Weidenkörbe, denn Pilze sind empfindlich und wollen nicht gedrückt werden. Außerdem braucht man ein Messer, denn die Pilze sollten abgeschnitten und nicht ausgerissen werden, damit das Geflecht im Boden nicht verletzt wird und durch das Loch im Boden austrocknen kann. Pro Person darf man ein Kilogramm Pilze ernten und mit nach Hause nehmen. Für gewerbliches Suchen in größeren Mengen benötigt man eine Genehmigung vom Eigentümer des Waldstücks.