Fruchtbarkeit zur Osterzeit

Hasen, Küken, bunte Eier – Ursprung von Oster-Traditionen und neue Trends

Nach Ergebnissen einer Umfrage des Süßwarenverbandes wurden zum Osterfest 2017 insgesamt 202 Millionen Osterhasen in Deutschland erzeugt, wovon rund 107 Millionen im Inland verblieben und der Rest ins Ausland exportiert worden sei. Denn Ostern ist hierzulande nach Weihnachten das zweitwichtigste christliche Fest. Mit den Kindern werden Eier ausgeblasen und bunt bemalt an einen Strauß Weidenkätzchen oder direkt an den Busch im Vorgarten gehängt. Auch der Kuchen in Form eines Lamms oder eines braun gebackenen Osternestes darf nicht fehlen.

Wir alle lieben diese bunten Fruchtbarkeitssymbole, aber so wirklich klar ist uns der Hintergrund dieser Traditionen nicht. Dabei sind sie bereits seit Jahrhunderten in unserer Gesellschaft ein fester Bestandteil der Osterfeiertage. So ist die Eiersuche bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Am Anfang brachte allerdings nicht der Osterhase die Eier. Je nach Region standen viele verschiedene Tiere an den Osterfeiertagen im Mittelpunkt. In Bayern waren es Fuchs und Hahn, in der Schweiz kam der Storch, in Tirol legte die Osterhenne die Ostereier, und in Thüringen brachte sie sogar der Kuckuck. Hasen sind die ersten Tiere, die im Frühjahr ihre Jungen bekommen und gelten deshalb als besonders fruchtbar. Das Hasenweibchen kann dazu mehrmals im Jahr Nachwuchs zur Welt bringen und bekommt bis zu zwanzig Junge pro Wurf.

Auch das Dreihasenbild könnte bei der Entstehung der unverzichtbaren Rolle des Hasen an Ostern ausschlaggebend gewesen sein. Man findet es in vielen Kirchen und es war auch in früheren Zeiten als Motiv beim Bemalen der Eier beliebt. Dargestellt werden dabei drei Hasen, die kreisförmig angeordnet sind, sodass die Ohren des einen auch gleichzeitig die Ohren der anderen beiden darstellen. Somit sind insgesamt nur drei Ohren abgebildet. Die drei miteinander verbundenen Hasen symbolisieren die heilige Dreifaltigkeit. In der byzantinischen Tiersymbolik steht der Hase symbolisch für Jesus Christus, der im Tod das Leben gebracht hat: Weil der Hase keine Augenlider hat, schläft er mit offenen Augen. Auch die Eiersuche hat einen religiösen Hintergrund: Seit dem 10. Jahrhundert war es unter den koptischen Christen Brauch, sich zum Osterfest gegenseitig Eier zu schenken. Das klassische Osterei oder Pasch-Ei (von lat. pascha oder hebr. passah) schenkte man traditionell am Ostermorgen als Zeichen der Auferstehung. Ein solches Ei war ein durch Erhitzen haltbar gemachtes und dann rot gefärbtes Ei, das symbolisch für das Grab Jesu stand. In Deutschland berichtet man von gefärbten Eiern erstmals im frühen 13. Jahrhundert. Im Hintergrund oder als Randmotiv auf Marienbildern verweist es auf die jungfräuliche Geburt Jesu.

Die diesjährigen Dekotrends nehmen die helle Sanftheit eines Frühlingsmorgens auf. Entsprechend verfügen sie über eine weiche Haptik und lichte Farben. Hasen, Hühner und Eier sind vielfach weiß oder pastellig getönt und werden oft amorph verfremdet. Nostalgie entsteht über klassische Formen und Figuren. Im Vintage-Style suggerieren gewollt unvollständige Glasuren und brüchige Oberflächen die heimelige Tradition. Ein Hauch warmer Bronze gibt in Akzenten Modernität und Glamour.