Weil gemeinsam lachen einfach mehr Spaß macht

Beata Sieniuto lehrt Lachyoga im Lüneburger Kurpark

Es ist kalt und trüb an diesem Vormittag. Für viele Menschen ist das ein guter Grund, lieber im Warmen zu bleiben und sich die Sonne herbeizusehnen. Anders ist es bei Beata Sieniuto. Eingewickelt in Schal und Mütze steht sie unter dem Dach der Wandelhalle im Lüneburger Kurpark und lacht die grauen Wolken weg. Die 53-Jährige lacht viel und gerne. „Es macht mir einfach Spaß“, sagt die quirlige Frau. Diese Lebensfreude steckt an.

„Lachen ist die beste Medizin“, erzählt Beata Sieniuto. Die Lüneburgerin ist ausgebildete Lachyoga-Leiterin. Neben regulären Lachyoga-Kursen für geschlossene Gruppen lädt sie einmal im Monat sonntags in den Kurpark, um gemeinsam mit anderen Menschen zu lachen. Jeder, der Lust hat, ist eingeladen mitzumachen. „Eigentlich lache ich sogar noch zu wenig“, meint Beata Sieniuto über sich selbst. Gerademal 15 Mal am Tag lacht ein Erwachsener im Durchschnitt, ein Kind 400 Mal. Durch das Lachen schüttet der Körper Glückshormone aus, baut Stress ab. Das stärkt auch das Immunsystem. Kurz gesagt: Lachen ist gesund. Ein Grund mehr, um es einfach zu tun.

Sieben Lachfreudige haben sich kurz vor zwölf an der Wandelhalle eingefunden. Sie alle sind neugierig und offen für das, was gleich kommt. Nach einer kurzen Begrüßung geht es los. Gemeinsam wärmen sich die Teilnehmer auf, lockern die Lachmuskeln, drehen sich im Kreis und lassen die letzten Zweifel von sich abfallen. Ein kräftiges „Ho ho, ha ha ha“ hallt durch die Wandelhalle. „Klatschen und eine kindliche Verspieltheit sind dabei sehr wichtig“, ruft die Trainerin in die Runde. Wenig später drehen sich alle zueinander, schneiden Grimassen und fangen an, über sich selbst zu lachen. Im Wechsel schlüpfen sie in unterschiedliche Rollen. Die Temperaturen sind schnell vergessen. Die fröhliche Gruppe bleibt nicht lange unbemerkt. Einige Spaziergänger bleiben stehen. Auch die Redakteurin lässt sich mitreißen. Zugegeben, eine anfängliche Hemmung ist nicht zu leugnen. Doch schnell ist auch diese weggelacht. So geht es Übung für Übung weiter. Kurz nach halb eins ist das Treffen zu Ende. Wer möchte, bekommt eine herzliche Umarmung, bevor es wieder hinaus in die Kälte geht.

Den Alltag nicht zu ernst zu nehmen, darum geht es beim Lachyoga. Das grundlose Lachen stehe im Vordergrund, erklärt Beata Sieniuto. „Über die motorische Ebene fängt der Mensch an zu lachen. So geht ein anfangs gespieltes Lachen schließlich in ein echtes über.“ Eine große Rolle spielt dabei der Augenkontakt und die Gruppendynamik. Madan Kataria, ein Arzt aus Mumbai, verbreitete das Lachyoga weltweit und entwickelte eine Methode, die Menschen zum Lachen bringt. Beata Sieniuto lehrt seit 2016 das Lachen in Lüneburg. Ende März hält das gemeinsame Lachen wieder Einzug im Kurpark. Dann, so hofft die Lachtrainerin, wieder mit vielen lachfreudigen Teilnehmern.