Der Natur etwas zurückgeben

Helmut Schneider engagiert sich seit mehr als 40 Jahren im NABU

Dass Helmut Schneider ein ausgesprochener Naturliebhaber ist, bleibt Besuchern nicht lange verborgen. Schon draußen im Garten begrüßt er mich mit Gummistiefeln in der Hand – „ich habe schon mal die Requisiten für unser Foto rausgesucht“. Im Haus beruhigen die Fische im Aquarium den Blick. Und viele gerahmte Tierfotos zieren die Wände. Denn der 61-Jährige ist nicht nur passionierter Freizeit-Ornithologe, sondern auch ein leidenschaftlicher Hobby-Fotograf. Seit mehr als 40 Jahren setzt sich der Lüneburger für den Schutz der Umwelt ein. Mit 16 Jahren trat er in den Deutschen Jugendbund für Naturbeobachtung ein, war später Mitglied in der Lüneburger Ortsgruppe des Deutschen Bundes für Vogelschutz, dem Vorgänger des Naturschutzbundes Deutschland, kurz NABU.

Hier hilft er auch heute noch in verschiedenen Projekten der Natur auf die Sprünge. Beispielsweise bei Entkusselungsaktionen. Einem „Aufräumen“ der Natur. Junge Gehölze werden beseitigt, um anderen Pflanzen des Biotops mehr Raum zu verschaffen. Jüngst pflegten die NABU-Freiwilligen in Kooperation mit dem Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) eine Heidefläche bei Amelinghausen. Sie entfernten Kiefern und Birken. „Das ist notwendig“, erklärt Schneider, „weil die Heide sonst zuwachsen und nicht bestehen könnte.“ Die Heide ist keine Naturlandschaft, sondern eine erst durch das Eingreifen des Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Um sie offen zu halten, werden auf vielen Flächen Heidschnucken eingesetzt. Doch die schaffen nicht alles allein. Der Mensch muss helfen, wie die Ehrenamtlichen vom NABU, um zu verhindern, dass die jahrtausende alten Lebensräume mit vielen an diese Landschaft angepassten, häufig sehr seltenen Tieren, Insekten, Reptilien und Pflanzenarten verloren gehen.

Entkusseln ist aber nicht die einzige Tätigkeit, der Helmut Schneider beim NABU nachgeht. Die Einsatzgebiete im Verein sind vielfältig. So hat sich der Naturfreund bereits in der Kopfweidenpflege und beim Krötenzaunbau engagiert und gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten einen Beobachtungsstand gebaut. Das Draußensein, die bewusste Wahrnehmung der Natur, verbunden mit der körperlichen Arbeit entspannt ihn – und fasziniert ihn auch nach Jahrzehnten noch: „Es gibt immer was zu sehen, ob Seeadler oder Käfer. Man muss nur mit offenen Augen durch die Gegend gehen.“ Darüberhinaus erfüllt es ihn mit Zufriedenheit, als „kleines Rädchen im Großen und Ganzen“, der Natur etwas zurückzugeben. Etwas, was er anderen nur ans Herz legen kann.

Interessierte finden auf den Internetseiten des NABU, www.nabu-lueneburg.de, viele spannende Aktionen, bei denen Ehrenamtliche, gerne auch projektbezogen, immer willkommen sind.